1stMILE hat drei Prinzipien:
Hochleistungssport darf keine Frage von Leistbarkeit sein und darf nicht Eliten vorbehalten bleiben.
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Talente und Typen haben ein Geburtsrecht auf Förderung und Herausforderung.
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1st MILE ist mehr als Nachwuchsförderung....
           und Sponsoring.

Interview Ferdinand Habsburg

 

 

 

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Q: Feand, wie alt bist Du?

A: Ich bin fünfzehn.

Q: Wie lange betreibst Du schon Motorsport?

A: Vor drei Jahren bin ich richtig eingestiegen, davor bin ich sieben Jahre lang Indoor-Kart gefahren und seit letztem Jahr fahre ich professionell. Seit ich ein Kind war hab ich es geliebt und eben vor drei Jahren hab ich dann auf Outdoor gewechselt, weil mir alle gesagt haben, das ist das Kartfahren für Rennfahrer.

Q: Warum Motorsport?

A: Ursprünglich war es so: mein Vater hat einen guten Freund und dessen Sohn ist Tourenwagen-Rennfahrer. Der hat gesagt „Deinem Sohn taugt Kartfahren sicher“, da war ich so acht oder neun. Und ich bin dann ins Kart gestiegen und habe mich sofort verliebt. Das war super und ich hatte richtig Spaß und bin jede Woche so oft gefahren wie möglich. Da war dann auch ein Kurs, jeden Sonntag in der Früh in Salzburg, dort bin ich jedes Mal hingegangen, sogar als ich dann nach Wien gezogen bin.

Q: Das heißt Du bist immer von Wien nach Salzburg gefahren?

A: Ich bin jeden Sonntag von Wien nach Salzburg gefahren um diese Sonntags-Trainings mitzufahren, das war super. Ich hab mich im ersten Jahr schon voll verliebt, wenn man das so sagen kann.

Q: Und wo soll es noch hingehen für Dich, was sind Deine Ziele?

A: Natürlich ist die Formel 1 mein Ziel, wie bei vielen Kartfahrern. Und ich absolviere jetzt auch schon Formel-Testfahrten mit Formel ADAC Masters Fahrzeugen aus dem Lotus-Team. Wir haben aber entschieden, dass ich dieses Jahr noch Kart fahre, weil ich doch noch jung bin. 2014 werde ich nur noch in Formelklassen fahren.

Q: Es ist wahrscheinlich nicht einfach zu warten, oder?

A: Ja, ich habe ja auch schon 18 Testtage im Formelauto hinter mir, das waren Erfahrungen fürs Leben, einfach unglaublich.

Q: Wie schnell sind die Karts und wie schnell sind die besagten Formelautos?

A: Mit den Karts fahren wir so um die 120 km/h, mit dem Formelwagen bin ich auch schon 220 km/h gefahren.

Q: Und wo überall bist Du schon gefahren?

A: Ich war schon am Slovakia-Ring, ich war schon in Oschersleben, in Valencia und einigen anderen Strecken.

Q: Welche gefällt Dir am besten?

A: Ich fand den Red Bull Ring am besten, bis ich dann nach Valencia gekommen bin. Das war absolut top, die hatten da gerade den Asphalt neu gelegt und das war einfach super. Aber meine allerliebste Strecke zurzeit ist in Jamaica, direkt beim Flughafen in Kingston. Ich fliege dort jedes Jahr zu Weihnachten hin und jedes Mal will ich zur Rennstrecke. Aber wir wohnen dort immer zu weit weg. Dann aber habe ich einen Freund getroffen bei der Weltmeisterschaft, der Jamaikaner ist und der hat mich dann eingeladen zum Kartfahren dort – die Strecke ist weltklasse. Ich bin noch nie auf so einer coolen Kartstrecke gefahren.

Q: Was ist daran so besonders?

A: Es gibt dort einfach alles, es ist eine ziemlich lange Strecke, es gibt von schnellen zu langsamen Schikanen, schnellen und langsamen Haarnadeln, es gibt einfach alles dort. Und der Grip verändert sich so sehr weil es direkt am Meer ist. Drei Seiten der Strecke liegen am Meer.

Q: Das heißt, man hat auch Sand auf der Strecke?

A: Genau, der Grip ist verteilt. Einmal rutscht du, dann ist wieder plötzlich Grip da und du musst dich immer darauf einstellen, das ist richtig anstrengend als Fahrer aber so cool. Dann ist da auch noch das Problem mit dem Wind – wenn du Gegenwind hast, schaffst du keine Rundenzeit, auf einmal bist du eine halbe Sekunde langsamer. Du musst also strategisch denken im Qualifying: jetzt ist der Wind wenig, jetzt fahr ich raus. Also nicht nur Windschatten zählt sondern wirklich auch der Wind und auch wann der Sand da ist und da gehört sehr viel dazu. Es fehlt zwar Struktur an der Strecke aber trotzdem einfach die Coolste an der ich bis jetzt gefahren bin.

Q: Und ist das auch ein Faktor, der den Sport für Dich ausmacht: dass man viel herumkommt und viele Leute kennenlernt?

A: Ja, ich hab schon viele Freunde gewonnen im Kartsport, oder auch beim Formelautos fahren, wo manche älter sind, manche jünger sind. Das Lustige ist: Rennfahren ist ja nicht wie Fußball, da gibt es einfach nicht so viele Leute, die das machen. In meiner Klasse zum Beispiel gibt es keinen einzigen Rennfahrer. Und wenn du dann Leute kennenlernst, die auch genau das mögen, was du liebst, dann wissen die wovon du redest, haben eine Ahnung und mit denen kannst du gut umgehen. Natürlich gibt’s dann auch das Problem, dass sie deine Gegner werden und du sie auf einmal nicht mehr so gerne hast, oder dass sie plötzlich schneller sind als du selbst.

Q: Wie geht man damit um, wenn man neben der Strecke befreundet ist und auf der Strecke mit jemand kämpfen muss?

A: Das find ich super, wenn das so funktioniert, dass man sich gegenseitig richtiggehend hasst auf der Rennstrecke aber gerne hat neben der Rennstrecke. Ich kenn sehr viele Rennfahrer, die ich gerne gehabt habe, bis wir in einem Rennen gegeneinander waren und manch einer hat mich dann plötzlich gehasst, weil ich ihn überholt habe oder in angeschubst habe oder er mich – wir waren dann halt Gegner. Und nach dem Rennen geh ich zu ihm und sage „Cooles Rennen, voll lustig!“ und er ignoriert mich. Und sowas, das ignoriere ich dann einfach. Aber ich finde es super wenn es andere auch so angehen wie ich – ich kann mental gut damit umgehen, ich halte mich für mental stark. Das gehört einfach dazu.

Q: Also Dir ist mentale Stärke genau so viel wert wie körperliche Stärke?

A: Ja, absolut. Und da seh ich auch eine meiner Stärken, eine der Sachen die ich gut kann im Vergleich zu anderen.

Q: Vorbilder – hast du welche, wenn ja, wen?

A: Natürlich! Da gibt es die Großen wie Michael Schumacher oder Ayrton Senna. Natürlich sind das Vorbilder aber in Wahrheit ist Alexander Wurz mein großes Vorbild. Mit ihm arbeite ich auch an einem Projekt zum Thema Fahrsicherheit, wo ich dann als Botschafter in Schulen gehen werde und zu Themen wie Sicherheitsgurte, „drinking and driving“ oder das Angeben mit Autos Präsentationen gebe. Weil es vielleicht doch von einem Jugendlichen besser ankommt als von einem Erwachsenen. Und wenn wir da Erfolg haben, ist das natürlich genial. Das Ziel ist einfach, die Todesrate – auch und vor allem von Jugendlichen – auf den Straßen zu senken.

Ich bin aber auch ein großer Fan von Michael Schumacher, was ja heute nicht mehr viele Leute sind. Weil er weg war, dann wieder zurückgekommen ist, dann nicht mehr gewonnen hat. Ich finde trotzdem, dass er der absolut Beste ist.

Q: Du verstehst also, dass er zurückgekommen ist und würdest es genauso machen?

A: Ja, auf jeden Fall. Ich finde ja auch seine Erklärung genial, dass er gegangen ist, weil er Curry essen wollte und es als Formel 1 Fahrer wegen seines Ernährungsplans nicht durfte. Er hat alles gewonnen und dann wollte er halt Curry essen. Zurückgekommen ist er dann als sie gesagt haben, er darf Curry essen und wird noch bezahlt. Er hat gesagt „Passt, mache ich.“ Ich würde das genauso machen.

Er liebt das Formel 1 Rennfahren und das sieht man an ihm. Und wenn man etwas liebt, dann sollte man auch die Leute ignorieren, die sagen „Der gewinnt nix mehr, der ist zu alt.“

Q: Stichwort Verzicht: gibt es Sachen auf die Du verzichten musst oder auch bewusst verzichtest für den Rennsport?

A: Ja, ein soziales Leben (lacht). Ich habe ein viel geringeres Sozialleben als meine Freunde. Was für mich halt ein Plus ist: ich spüre wenig Druck. Alle meine Freunde zum Beispiel haben angefangen zu rauchen und sagen, es ist wegen dem „peer pressure“, dem Gruppendruck. Und ich habe das noch nie probiert und bin auch stolz darauf, weil ich es uncool finde und weiß was es einem antut und was es auch anderen Rennfahrern angetan hat.

Aber ja, soziales Leben ist natürlich etwas, das verringert wird, sobald du im Rennsport bist. Ich bin letztes Jahr fünfmal die Woche trainieren gegangen auf der Kartstrecke, die eine halbe Stunde weit weg ist, ich habe mindestens dreimal die Woche Fitnesstraining. Dann gibt’s natürlich noch die Familie, da habe ich viele Verpfllichtungen, die einfach dazugehören. Und die Schule gibt es ja auch noch. Und wenn ich das alles jetzt zusammennehme, da bleibt nur noch ein Zentimeter Platz für meine Freunde und die sind dann auch oft wütend, dass ich zu diesem oder jenen nicht hinkommen kann, nicht zu Geburtstagsfeiern, nicht ausgehen. Im Winter lockert es sich aber auch dann kannst du nur ein Viertel der Zeit mit deinen Freunden verbringen.

Q: Aber es ist es Wert?

A: Absolut. Ich meine, viele meiner Freunde sind vielleicht wütend auf mich, aber ganz ehrlich: ich wäre viel lieber Rennfahrer, als viele Freunde zu haben. Das hört sich vielleicht komisch an aber ich will alles geben, damit ich Rennfahrer werde. Sogar wenn das heißt, dass ich keine Freunde mehr habe. Ich liebe es einfach und werde alles dafür geben. 

 

 

 

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